Manta Bowl Ticao

Ich glaube es ist besser wenn ich hier etwas zum Tauchplatz “Manta Bowl” schreibe. Auf Grund einiger anderer Internetseiten und Berichte sowie jeder Menge eMails zu diesem Tauchplatz bei Ticao – Philippinen, setze ich mich jetzt einfach mal hin und lege los…
Das Tauchgebiet:
Manta Bowl – Ticao ist eine Untiefe oder wie es immer so schön beschrieben wird, eine “versunkene Insel” am Ticao Pass zwischen Bulan im Osten und Ticao Island – Masbate. im Westen. Der Ticao Pass ist an manchen Stellen bis zu 180m tief. Der Manta Bowl wird aus zwei Gründen so genannt: Manta wegen den Clownfischen :-) und Bowl = Schüssel oder Kugel. Die Untiefe dort ist wie eine Halbkugel und der exakte Platz dort wie eine Schüssel am Riff. Es ist nicht so dass sich die Manta’s dort überall aufhalten. Leider stellen das Taucher immer wieder fest wenn sie mit auswärtigen Guides tauchen gehen. Nein, der Platz dort ist sehr eingeschränkt. Es wird vermutet, daβ es mit den Strömungsverhältnissen und/oder einer Putzerstation dort zu tun hat.
Strömung & Sicht:
Da sind wir auch schon beim Thema. Wir haben technische Tauchbasen in der Region die gerne de Begriff “ripping” benutzen oder auch andere Schlagworte. Ok, ich muss gestehen dass dieser Tauchplatz die stärkste Strömung in meiner Taucher-Laufbahn hat aber es ist mit Sicherheit kein Problem wenn man etwas Erfahrung mitbringt. Wer noch nie Strömungstauchen war oder nur ein paar Tauchgänge hinter sich hat sollte hier nicht unbedingt Tauchen gehen. Voraussetzung sollte sein: Advanced Open Water mit 30-50TG oder mehr, sowie Erfahrung im Tief und Strömungstauchen. Die Sichtweiten sind total unterschiedlich. Im Normalfall rund 20-25m, kann aber stark variieren.
Ablauf:
Falls jetzt jemand denkt am Manta Bowl entlang der Ankerleine abzusteigen :-) viel Spaß. Ich habe es einmal gemacht oder sagen wir einmal versucht. Die Leine war mehr horizontal als vertikal. Die Strömung hat mir die Luftdusche am Automaten ausgelöst und die Maske war am Hinterkopf. Das Boot geht im Normalfall entgegen der Strömung ans Ende oder in dem Fall Anfang des Riffs. Ihr steigt dann ab auf ca. 20-25m und laβt euch mit der Strömung treiben. Wichtig ist, und das unbedingt sicherstellen, dass alle fast zeitgleich springen. Taucher mit Druckausgleichsproblemen habe hier wirklich ein Problem. Es bleibt nicht viel Zeit um abzutauchen. Unbedingt den Guide im Auge behalten. Er wird euch zum Platz führen. Ihr bleib einige Zeit immer am Grund in kleinen Mulden um von der Strömung geschützt zu sein und wartet. Wichtig! Warten! Die Fische kommen zu euch, nicht umgekehrt! Wirklich flach und ruhig am Grund verweilen. Leider kommt es zu oft vor, dass Taucher dann auf einmal hinter den Tieren nachtauchen. Das war’s dann. Ihr macht euch keine Freunde. Kostet meistens auch die Bierrunde am Abend.
Was gibt es zu sehen:
Das Riff an sich bietet nicht viel. Ein paar Korallen etwas Kleinfisch und hier und dort ein Blaupunkt- oder Stachelrochen im Sand oder ein Gruppe Barracudas im Freiwasser. Das war es dann auch schon. Manta Bowl bietet jedoch neben den Manta und Adlerrochen, welche hier wirklich sehr groß sind, auch noch Hammerhaie, Blacktip, Whitetip und Fuchshaie. Irgendwo habe ich mal gelesen, daβ jemand einen Tigerhai gesehen hat……….. (muss ich jetzt kurz wirken lassen). Ich kann jetzt nicht sagen ob der Guide nur den Gast beeindrucken wollte oder ob das Auswirkungen eines tiefen Tauchgangs waren. Den einzigen Tiger in der Region den ich gesehen habe ist im Zoo von Legazpi. Ist eigentlich ein zahnloser Löwe, aber was soll’s. Aber der Rest stimmt. Hammerhaie sind sehr selten und man braucht schon sehr viel Glück. Ich kenne aber ein Pärchen aus Deutschland dass sich glücklich schätzen kann innerhalb 2 Wochen Urlaub alles gesehen zu haben. (Gelle… Benno und Claus aus Augsburg – Viele Grüsse an dieser Stelle.) Man sollte aber immer auch den Blick nach oben richten. Es kann durchaus sein, daβ es auf einmal dunkel wird. Nein – kein U-Boot, Walhai. Walhaien begegnet mal des öfteren beim Sicherheitsstop auf 5m. Hierbei sind aus 3 Minuten oft schon 20 geworden.
Ende des Tauchgangs:
Dem Ende zu bewegen sich die Taucher an einen sandigen Abhang (Slope). Hierbei ist es wichtig sich nicht nur auf das Gefühl sondern insbesondere auf den Tiefenmesser zu verlassen. Der Slope geht so flach ab, dass man es zuerst gar nicht wahrnimmt, tiefer zu tauchen. Auf Grund der Strömungen über und seitlich des Manta Bowl’s kommt es hier zu einem “Down-Stream”. Ich habe auch irgendwo gelesen, daβ Taucher hier in die “schwarze Tiefe” gerissen werden. Wow – Das lasse ich mal unkommentiert so stehen. Aber etwas Wahres ist daran. Diese Strömungen und Verwirbelungen ziehen etwas nach unten. Also Tiefenmesser und etwas Luft ins Jacket – fertig. Wer nicht ein XS Jacket mit 20kg Blei hat, hat nichts zu befürchten. Bleibt vor allem mit der Gruppe zusammen. Ihr driftet beim Sicherheitsstop (ohne Walhai) ein paar hundert Meter und ihr braucht Zeugen für den Walhai.
Sicherheit:
Neben der Strömung sollte man auch beachten wo man sich am Grund niederlässt. Stachelrochen im Sand haben es nicht so gern wenn sie von einem Taucher als Auslegware missbraucht werden. Da sind aber noch ein paar andere Dinge. Dornenkronen hier und dort können der Grund für manchen Schmerz sein. Beim Festhalten unter Felsvorsprüngen bitte zuerst schauen ob dort nicht ein Rotfeuerfisch oder Drachenkopf irgendwo sein Schläfchen hält. Ach ja, etwas was viele nicht kennen aber hier und dort zu finden ist, der Bobbit Wurm (Siehe Bild unten) . Löcher im Boden mit ca. 5-10cm Durchmesser vermeiden. Das Bobit Wurm kann bis zu 3m lang werden. Als ich hier dieses Tier zum Ersten mal im Leben gesehen habe hätte ich beinahe meinen Automaten verschluckt. Und da sind dann ja noch Seeschlangen, welche mehr auf San Miguel zu finden sind. Sicherlich, sehr giftig und sind mit Respekt zu behandeln, jedoch der Hamster meiner Frau hat ein höheres Aggressionspotenzial als die Seeschlange.
Das Ganze dauert je nach Sichtungen und Luftverbrauch zwischen 30 und 50 Minuten. Bitte nicht wie in Donsol die Walhaie erwarten. Das ist wirklich nur dort möglich und garantiert. Man muss schon ein paar Tauchgänge machen. Viele erwarten gleich beim ersten Tauchgang am Manta Bowl das volle Programm. Sorry muss ich euch enttäuschen.
Ich hatte schon 10 TG in Folge ohne etwas gesehen zu haben. Ist aber selten. Eines noch – Man nimmt in der Region immer wieder mal das knallen von Dynamit Fischern war. Die gibt es hier leider noch, werden aber mittlerweile gnadenlos gejagt. Es besteht keine Gefahr für Taucher da diese Fischer Zeugen vermeiden und das Tauchboot immer in der Nähe von euch ist.
Am besten ist es, wenn ihr einige Tage tauchen wollt, euch im Ticao Island Resort einzubuchen. (www.ticao-island-resort.com ) . Manta Bowl ist sozusagen das “Hausriff” vom Ticao Island Resort. Dadurch vermeidet ihr lange Anfahrten zum Tauchplatz von bis zu 1.5 Stunden.
Wer jetzt noch Fragen hat oder selbst dazu was schreiben will – Bitte – Am Ende dieser Seite habt ihr die Möglichkeit. Ich war gestern erst wieder Tauchen. Ist ja fast mein Hausriff. Hier noch ein paar Bilder verschiedener Gäste. Es ist auf Grund der Strömung sehr schwer dort zu fotografieren. Falls Ihr noch ein paar schöne Bilder habt und hier zeigen wollt, sehr gern!






Danke für all die Infos und Erfahrungen, die Du mit uns teilst.
Jetzt bin ich mir sicher, im März/April werden wir kommen- und ich wünsche mir das volle Programm… *grins*
Viele Grüße
Jana